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Inflation der Worte

Ich habe gerade in einem Diskussionsforum einen Beitrag geschrieben, den ich hier eigentlich gerne fresthalten würde. Der Threat wurde damit eröffnet, dass sich jemand beschwert hat, dass "die Jugendlichen" die Wort "Ich hab' Dich lieb" und so weiter benutzen, ohne zu wissen, was sie bedeuten und dann hinter dem Rücken des anderen über diesen läsern. Ohne die Diskussion jetzt groß wiederzuegebn mein Post:

[i]Zitat von Ohrenzieher:
"Das ist Bestandteil einer Kommunikation als Solcher.
Schreibst ans Finanzamt nicht auch "Sehr geehrte Damen und Herren" und am Schluß "Hochachtungsvoll"?
Wenn Du ehrlich wärst und so schreibst,wie Du denkst,kriegst jedesmal 14 Tage unbeding für so einen Brief.
"Wie geht es Ihnen?" (ist mir wurst)
zum Chef: "Frohe Weihnachten!" (Der Schlag soll ihn treffen)
zur reichen Erbtante an ihrem Geburtstag:"Lang sollst Du leben!" (das fehlte noch)
Zur Freundin:"ich liebe Dich!" (Stimmt ja,aber wenn ichs ihr nicht dauernd wiederhole,macht sie ein saures Gesicht)"[/i]

Dafür bekommst Du meine uneingeschränkte Zustimmung.

Ich denke, das Phänomen hat zwei verschiedene Momente. Das eine ist die "Lüge". "Ich hab Dich lieb" ... ich weiß, das stimmt nicht. Eigentlich bist Du total manipulativ und redest hinter meinem Rücken über mich, das weiß ich, aber ich bin nicht so. Ich sag' nur die Wahrheit über Dich.
(Warum man die Freundschaft nicht aufgibt oder so hat beliebige Gründe.) Und [i]das[/i] ist [i]kein[/i] Phänomen, das man auf Jugendliche und junge Erwachsene beschränken kann. Wie Ohrenzieher sagt - man schreibt auch "hochachtungsvoll", obwohl einem die Typen eigentlich am Arsch gehen und man sie kein Bisschen achtet.

Das zweite betrifft die Bedeutung der Worte. Man könnte genauso sagen "die Leute von heute wissen gar nicht, was "Grüß Gott" eigentlich heißt. Als Ungläubiger, darf man so etwas doch gar nicht sagen! Die Leute wissen auch gar nicht was "sehr geehrte Frau,..." heißt - sie benutzen es in jedem Geschäftsbrief, aber was bedeutet es, wenn sie jeden x-beliebigen „ehren“? „Ehren sie diese dann wirklich?“ Vor allem – was bedeutet ist, wenn "ehren", den sie gar nicht kennen, oder gar vor diesem "Hochachtung" zu haben. Sprache verändert sich nun einmal. (Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich e-mails meistens mit "Guten Tag Frau,..." beginne. Inkonsequenterweise begrüße ich alle meine Lektoren mit "Guten Tag Prof....", auch wenn sie nur Magister sind. Ich überlege, ob ich das nicht ändern sollte, vor allem weil ich es eigentlich als wertschätzender sehe, den [i]richtigen[/i] Titel einer Person zu nennen. Das sagt aus, dass man [i]weiß[/i], wer diese Person eigentlich ist oder halt bis zu einem gewissen Grad.)

Wenn man beide Aspekte nicht getrennt beachtet, kann man durchaus den Eindruck gewinnen, die jungen Leute werden "oberflächlich[i]er[/i], weil sie "unsere alt bewährten Ausdrücke" wie "Ich hab' Dich lieb" für jede x-beliebige Person benutzen und es dabei nicht einmal so meinen und dabei aber übersehen, dass man selbst [i]genau dasselbe[/i] tut, nur mit anderen Worten, die anderen vielleicht ebenso wertvoll waren.
(Passend zu den Titeln, die bei uns inflationär benutzt werden, gibt es einen genialen Text von Kishon, einem russischen Autoren, der einen tollen Reisebericht (keinen echten! Nur einen Scherz, der "das Übliche einer Stadt/eines Landes“ wiedergeben soll) geschrieben hat. Beginnt beispielsweise damit, dass er am Flughafen mit "Herr Dr.Kishon" ausgerufen wurde, obwohl er keiner ist. Und dann gibt's einige geniale Stellen (frei wiedergegeben, den genauen Wortlaut kenne ich leider nicht mehr). Kishon: "Was sie sind Komerzialrat?" - Antwort: "Ja, ich hab' einmal ein Geschäft im ersten Bezirk aufgemacht. Und den Ingenieur hab' ich letztes Jahr von meinem Bruder zum Geburtstag bekommen.")

Was allerdings für mich in Bezug zu dieser Thematik Sinn macht, das ist zu betrachten [i]welche[/i] Worte es sind, die sich verändern. Wenn wir davon ausgehen, dass unser Denken zu einem bedeutenden Teil sprachlich vonstatten geht (Ich wehre mich dagegen Denken mit Sprechen [i]gleichzusetzen[/i] und dabei [i]alles[/i] unter Sprache zusammenzufassen, was wir denken können. [i]Natürlich[/i] können wir dann nicht denken, ohne zu sprechen. "Wir denken doch auch oft in Bildern" - "Ja,... die zählen auch zur Sprache - Bildsprache" - "Und was wenn ich in Kopf instrumentale Musik höre?" - "Das ist auch eine eigene Sprache."), dann verändert eine Veränderung in der Sprache auch unser Denken. Wenn nun das Sprechen über private Beziehungen und Freundschaften eine Verschiebung erleidet ohne Worte, mit die das, was "ich liebe Dich" einmal bedeutet haben, zu ersetzen, dann hat das wohl auch Einfluss auf unser Denken, nicht nur über die Liebe, sondern auch über das Gefühl das das alte Wort "Liebe" bezeichnet.
(Mir ist klar, dass auch das alte Wort „Liebe“ ein Gefühl nicht leicht bezeichnen kann. Das Empfinden von Gefühlen ist etwas, das man nicht so genau beobachten kann, man kann nur das [i]Verhalten[/i] von Personen beobachten und auch hier, kann man davon ausgehen, Menschen, die sich gleich verhalten trotzdem verschieden „Liebe“ empfinden können. Ich glaube aber, dass die Neurologie versucht die Liebe zu entzaubern und das Empfinden von Liebe über irgendwelche Gehirnströme zu verobjektivieren und damit zu verallgemeinern. Wäre interessant und erschreckend: „Ich liebe Dich!“ - „Ach ja,... ich hab' hier einen Taschen-Liebestest. Wart, den schließ' ich mal an Deinen Kopf an. Ah,.. schau – die Gehirnströme passen nicht, also liebst Du mich gar nicht!“ oder: „Hm,... ich weiß nicht, ob ich ihn liebe. Ich schließ einfach den Liebestester an meinen Kopf an. Ah,... ja, die Gehirnströme sind die einer verliebten Person. Verdammt! Ich liebe ihn!“)
5.12.09 12:22


Zufriedenheit

Zufriedenheit - es sheint mir in der heutigen Gesellschaft als Laster zu gelten. Auf der einen Seite soll man Karriere machen. Wer sich mir seine Situation zufrieden gibt, der ist faul - Stichwort lebenslanges Lernen.
Auf der anderen Seite aber heißt es man solle sich nicht dem Karrieredenken hingeben, denn es sei ein "sich eingliedern in das System", doch das System ist schlecht. Man solle "aufstehen und kämpfen" - Revolution ist das Stichwort.

Doch wird Zufriedenheit vielleicht manchmal mit Faulheit verwechselt? Was bedeutet es denn "zufrieden" zu sein. Es bedeutet (postuliere ich einmal) "im Großen und ganzen" nichts am Status quo verändern zu wollen. Oder doch nicht?

Puff,... die Uhrzeit, aber es nervt, unzufrieden sein zu sollen.

"Erhebt Eure Ärsche und kämpft für die Faulheit!" - Warum soll ich aufstehen, Du blöder Hund, wenn ich das nur mach', um mich nachher wieder hinzusetzen?
30.11.09 23:21


Interpersonelle Bildung?

Gerade beim Lesen habe ich mir überlegt, ob es soetwas wie interpersonelle Bildung gibt und geben kann bzw. ob das Bildung genannt werden kann. Darauf gekommen bin ich über den Begriff der "Kontroverse". Wenn das "Umdenken", das "Scheitern" eine konstitutive Bedeutung für Bildung und Lernen hat, dann könnte die Konroverse als gescheiterte Einheit einen ähnlichen Stellenwert einer interpersonellen Bildung haben.
- Das meinst ich so, dass, solange es keine Kontroversen gibt, die Interpersonelle Entität als Einheit erscheint - die Frage ist natürlich, wie sie sich verändert und zu behaupten, sie sei statisch, ohne Kontoverse ist vielleicht gewagt - denn auch als entität kann sie eigentlich scheitern und umdenken. Aber denken wir uns jetzt dieKontroverse als ein Scheitern der Enitität als Einheit, so ... so was? Möglicherweise ist das ja besonders "bildend", weil hier, wenn auch der Auslöser etwas äußres ist, der Bildungsprozess von Innen her (innerhalt der Entität) entsteht. (?)
28.11.09 13:25


Die Eroberung der Welt?

Gerade beim Lernen zur Prüfung für Wissenschaftsforschung bin ich über Großtechnische Systeme gestolpert - dabei musste ich an das Pädagogik-Forum denken. Nein, es ist kein Großtechnisches System", es ist viel eher ein Teil eines solchen, das Internets.

Aber ich denke hier an folgendes: Ich hatte ursprünglich die Idee der IG Pädagogik und der AG Biwi, sprich allen Gruppen, die ich für das Bildungswissenschaftsstudium in Wien für relevant halte einen Platz im Forum anzubieten, in dem sie "ihre Sachen machen" können.

Der Zugang zu diesen Gruppen wird so leichter - aber - was unter "Vernetzung" klassifiziert werden kann, dann hier auch als "Eroberung" interpretiert werden. Bieten wir der AG Biwi einen Platz in unserem Forum an - ein Netz in unserem Forum, dann haben wir die AG Biwi schlichtweg geschluckt. Das tut ihr nichts - man bedenke, dass es dadurch leichter ist, zu ihr zu kommen, mit ihr in Kontakt zu treten und ihrerseits ist es leichter nach Außen zu treten. Aber um welchen Preis?

Je mehr die AG Biwi sich an das Pädagogikforum hängen würde (gilt im Übrigen für jede andere Gruppierung auch), desto mehr wird sie ein Teil dieses Forums, umgekehrt durchaus ein Teil des Forums, ein Teil der User, wird ein Teil der AG Biwi.
Aber die AG Biwi hat im Forum keine Narrenfreiheit bzw. kann sie gar nicht haben. Es gibt Forumsregeln, die dieses wahrscheinlich sowieso einhalten würde, aber trotzdem - sie muss sich gewissen Forumsregeln unterwerfen. Und wer macht die Regeln des Pädagogikforums?

Gut, jetzt stellt sich die Frage, was unter "Regeln" zu verstehen ist. "Regeln" einfach als Top-Down-System zu verstehen wäre vielleicht einwenig einfach. Regeln, die das Team aufstellt, die aber niemand befolgt haben keine Gültigkeit - oder zumindest nur geringe. Und es stellt sich weiter die Frage, was alles als "Regel" gilt - nicht nur offizielle Regeln. Es gibt beispielsweise in gewissen Organisationen die Regel der Meinungsfreiheit - und wenn man aber eine gewisse Meinung vertritt, dann bricht man ungeschriebene Regeln. Man wird ausgeschlossen, nicht ernst genommen, fertig gemacht, je nach dem, wie die Organisation aufgebaut ist.

Auch als Forumsleitung hat man keine absolute Verfügungsgewalt über die Regeln. User können einen durch Ignoranz, durch Ausschluss aus einem sozialen Bund ausschließen, das für das Forum durchaus relevant ist. Ich denke hier an Rollenspiel-Foren in denen Spieler, kollektiv nicht mit den Figuren der Admin spielen, oder die in Off-Topic-Threads sich gegenseitig unterstützen, die Admin aber bei diese sozialen Interaktion bloß zuschauen lassen. Ein Forum existiert nicht nur aus den Regeln, die festgeschrieben sind - eine Organisation existiert nicht nur so.
Ich kenne das von der anderen Seite – es war nicht einmal böse Absicht, aber was ist denn damals zwischen Lakers und mir passiert? Ich wurde zu einem der Protagonisten des Forums, neben Rubin und Anna wohl einer der drein überhaupt. Lakers hat sich durch Inaktivität einwenig selbst rausgekickt, vielleicht auch durch unsympathisches Verhalten, durch Autoritätsdenken(?), oder aber auch – dadurch, dass ich viele User ins Forum gebracht habe – die recall-Fraktion, währen Lakers User weniger wurden und ich wiederum mich mit den anderen Usern, die sozusagen weder seine, noch meine Freunde waren angefreundet habe,... ernsthaft – was hätte er tun sollen? User können die Regeln im Forum machen, sie können Admins overrulen. Welche anderen Möglichkeiten hat ein Admin, außer die User zu kicken, oder das Forum zu löschen? Und dann? Dann ist die Organisation tot. - Das gilt für Internet-Foren. Hm,...

Hm,... was hat der Gedankengang jetzt wieder mit der AG Biwi zu tun? Diese ist eine Organisation, die sich im hypothetischen Fall an uns anhängen würde. Auch sie hätte Macht innerhalb des Forums, könnte User für "sich" gewinnen und als Usergruppe hat sie ebenso auch Macht, nicht nur auf das Team, sondern auch auf andere Gruppen. Das klingt jetzt alles nach einem Kampf - die Frage ist, ob es das wirklich ist. Was ist ein „Kampf“?

Und was hat das alles mit Groß-Technischen System zu tun? Eigentlich nicht allzuviel, weil hier die technologisch Komponente fehlt - oder doch nicht? Ist es nicht die Internetpräsenz? Ich meine: Ganz radikal: Gibt es das Pädagogikforum ohne ... das Forum? Ohne die materielle Technologie, die dahinter steht?
Was, wenn die Datein des Pädagogikforums "irgendwo verloren geht"? Ich hatte das schon einmal - im Chatter-Online. Schreckliche Sache - 400 Registrierungen verloren, auch eine Menge User, in einer ohnehin schon fragilen Zeit. Da fällt mir ein - ich frage den Manfred einmal nach einem Backup - wie/ob wir soetwas machen.

Meine Gedanken verlieren sich hier irgendwo im Sand, aber das macht nichts. Den Blog hab' ich jetzt ja vor allem zum Denken und weniger zum Mitteilen benutzt.
26.11.09 23:22


Der Preis von Sympathie

Ohne an gestern anzuschließen will ich eine kurze Überlegung hier festlegen. Stellen wir uns folgende Situation vor: Person A ist bei Provider X. Jetzt stellt jemand fest, dass Provider Y billiger ist, als Provider X und rät Person A zu einem Wechsel, woraufhin Person A sagt:"Ah, I mog de ned, die san ma unsympathisch!"

Unabhängig von der Frage nach der Begründung, warum Provider X sympathischer ist, als Provider Y, klingt diese Aussage auf den ersten Blick dumm. Mehr zu bezahlen, nur weil einem ein Anbieter sympathischer ist (das heißt nicht gleich, dass er den besseren Service hat!). Zu Providern ist der Kontakt meistens recht gering, aber gerade in Fällen wie ausstehenden Rechnungen kommt man doch in einen persönlichen Kontakt. Darum will ich jetzt den Supermarkt als Beispiel bringen.

Anita hat eine Einkaufsliste und geht damit zu einem billigen Laden. Sie kommt rein ud stellt fest, dass sie die Milch, den Toast und den Honig (milk and toast and honey, make it sunny, on a rainy saturday) nicht findet und fragt nach. Sie wird nicht sonderlich "freundlich" betreut, aber durchaus schnell und zuverlässig. An der Kassa stehen die Leute an - ein Wahnsinn.
Magda geht mit ihrer Einkaufsliste in einen teureren Laden und fragt dort nach. Sie wird nett behandelt und sogar an der Kassa läuft alles schön (sofern das Einkaufen schön sein kann) ab.

Nun stelle man sich aber die Frage - warum sind die im billig-Laden weniger nett, als die im teureren Laden? Vielleicht, weil im billigeren Laden weniger Leute angestellt werden und die total gestresst sind? Wenn man nun nicht mehr in den tuereren Laden geht, dann muss sich dieser anpassen um billiger zu werden. Das fördert man mit dem ganzen? Eine Stress-Gesellschaft, die immer "unsympathischer" und weniger nett wird. Wollen wir das?

Hm,.... ich geh' aber trotzdem tendenziell eher in den Billigladen, aber ich überlege ab jetzt, ob das richtig ist und ob es sich auszahlt. Was bedeutet es - billig zu kaufen?
26.11.09 19:14


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