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Hab gerade meine Festplatte auf alte Gedichte hin durchsucht, die ich vielleciht für die Band benutzen könnte. Bin dabei noch nciht fündig geworden, aber dafür über etwas ganz anders gestolpert. Einen Text, den ich mal geschrieben hab. Offenbar war ich damals 19. Offenbar war das in etwa zur Zeit der Bandgründung. Find' ich jetzt im Nachhinnein interessant, was ich damals geschrieben hab. Vor allem, der Schluss. "Was sollte ich denn sonst tun?" passt einwenig zu der vielleicht naiven Hoffnung durch Bildung sozialen Aufstieg zu erhalten, durch ein Studium wirklich klüger und freier zu werden. ...aber hier erstmal der Text.

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True Words
Teil 1: About Dreams and Goals

Ich würde hier gerne einmal drei Lieder erwähnen, ehe ich über meine Erfahrungen mit Träumen und Zielen rede.
Das erste ist „Heldenzeit“ von „Wir sind Helden“. In diesem Lied gibt’s die Textzeile „Brot erwerben, Traum in Scherben, weiter werben.“ Diese drei Phrasen, in genau dieser Reihenfolge, beschreiben ziemlich genau was ich nicht durchleben möchte. Das wollen wohl die wenigsten, aber leider passiert es relativ oft. Wir haben Träume, wir machen sie zu unseren Zielen, und wir versuchen sie uns zu erfüllen. Das schaffen wir nicht so leicht und nicht so schnell. Irgendwann in unserem Leben kommt dann der Zeitpunkt, an dem es nötig ist, sich von den Eltern unabhängig zu machen. Wir benötigen Geld um überleben zu können, und um uns ein Leben zu gönnen, das es uns zu leben wert ist. Oft können wir das nicht mit unseren Träumen. Wir sind noch keine bezahlten Sportler, noch keine großen Schauspieler und hatten noch keinen Hit, ja haben noch nicht mal eine CD raus gebracht. Wir nehmen irgendeinen Job an. Vielleicht einen, den wir uns irgendwann als realistisches Ziel gesetzt haben. Es ist vielleicht nicht unser Traum, aber es ist eine anständige Arbeit, bei der wir auch Geld verdienen.
Brot werben, Traum in Scherben, weiter werben,…
Ich will jetzt nicht davon reden, dass man nie seine Träume aufgeben soll, dass man sich große Ziele setzen soll und man alles schaffen kann. Ich möchte bloß auf die Traurigkeit hinweisen die darin liegt. Seine Träume aufzugeben, und für sich selbst zu akzeptieren, dass man es nicht schafft, tut verdammt weh. Vielleicht ist es das, das manche Erwachsene so verbittert macht. Vielleicht ist auch solch eine negative Erfahrung der Grund dafür dass manche Menschen andere entmutigen etwas zu tun, einen am Boden halten wollen mit seinen Träumen und Zielen. Sie könnten es ja wirklich gut meinen. Es ist aber auch so, dass sich manche Träume erfüllen könnten, zumindest theoretisch, und man nimmt jungen Menschen, indem man sie entmutigt, ihre Chancen, denn sie haben vielleicht durch diese Einschüchterung nicht rechtzeitig dem Mut etwas zu beginnen, oder tun Dinge nur halbherzig, weil sie Angst haben zu versagen. Sie setzen sich „realistische Ziele“. Was ist schon realistisch? Vor allem wenn man in Kreis von verbitterten Menschen lebt, die einen die Ziele immer weiter runter drücken, und einem die Träume ausreden. Die realistischen Ziele sind dann nicht mehr Stürmer bei Real, Schauspieler, sondern eben Lehrer, EDV-Techniker oder Installateur. (Ich will hier mit nicht sagen, dass das keine Träume sein können, und man in diesen Berufen nicht glücklich werden kann. Es sind bloß Beispiele. Heut zu Tage, sagt man ohnehin, wenn jemand Lehrer oder EDV-Techniker werden will „vergiss es“. Es ist egal welchen Job man heute machen möchte, die Gesellschaft hier, in Mitteleuropa ist derart pessimistisch eingestellt und jammert darüber dass es keine Arbeitsplätze gibt, dass man sich eigentlich kaum noch einen Job vorstellen kann, und sich fragt wozu man sich überhaupt Gedanken macht.) Es ist traurig, seine Träume zu verlieren. Es ist aber noch viel trauriger, wenn einem die Träume genommen werden.
Ich bin nun 19 Jahre jung, und ich habe auch schon meinen eigenen „Boulevard of Broken Dreams“. Das ist auch der zweite Song, den ich erwähnen möchte. Er ist von Green Day. Jedes Mal, wenn ich ihn höre, zerbricht es mir mein Herz, weil ich an all meine Träume denke, die ich je hatte. Meine Träume habe ich schon längst aufgegeben, und meine Ziele habe ich alle aus den Augen verloren. Das macht mich zu einer sehr traurigen Gestalt. Ziellos im Leben umherwandernd, das ist das, was Loser irgendwann tun. Auch wenn ich eigentlich bestes Potential hätte, ich habe keinen Plan, und somit keine Vorstellung von der Zukunft. Menschen die nicht wissen wo sie hingehen, die können überall landen. Doch die Mehrheit der Orte, an denen man Landen kann, sind Orte die einem nicht gefallen, weil sie keinen Traum beinhalten.

„Auf der Suche nach Geld, und dessen Trophäen, fickt Ihr Euch durchs Leben…“ Das ist ein Auszug aus „Keine Amnestie für MTV“ von den Böhsen Onkelz. Den Rest des Songs mal beiseite, diese Zeile kann man nicht wörtlich nehmen. Aber letztendlich verkauft man sich und seine Träume für das Geld. Es ist richtig, dass wir Geld brauchen, die Frage ist wie viel wir dafür tun, und was wir dafür tun. Ist es notwendig seine Moralvorstellungen über Board zu werfen? Ist es denn notwendig Dinge zu tun, die man nicht tun möchte. Das weiß ich nicht,… Ich will nicht sagen, man sollte immer, um jeden Preis man selbst bleiben. Diese Entscheidung mute ich jedem selbst zu. Ich finde es allerdings traurig sich selbst zu verkaufen. Damit meine ich seine Prinzipien für’s Geld zu brechen. Es kann sich aber auch auszahlen, ich will ja nicht naiv sein. Es kann sich sicher auszahlen für 100 000 Euro seine Freunde zu verraten. Ich will ja die Wahrheit sprechen, und nicht was man vielleicht hören will. Wie groß mein eigenes Gewissen ist, weiß ich nicht, aber erfahrungsgemäß würde ich für 100 000 Euro so einiges tun.

Wie wichtig Ziele sind, das erfährt man in all den Büchern über Erfolg. Bodo Schäfer hat da einiges dazu geschrieben – der kann das besser als ich. Ich würde jetzt gerne einwenig über meine eigenen Erfahrungen mit Träumen und Zielen schreiben.
Es war jahrelang mein Ziel Architekt zu werden. Als ich dann 14 war wollte ich Musik machen. Aber mit 14 ist man zu alt, sagte man generell, also habe ich es nicht getan. Architekt wurde ich dann auch nicht, weil mir der Ausbildungsweg zu trocken war. Baseball war das einzige das ich noch hatte, und in das ich mich hineinsteigerte, aber ich konnte damit nichts erreichen. Ich wollte dann schreiben, aber auch das habe ich aufgegeben. Es hat mir irgendwann einfach nicht gefallen. In den etwa 9 Monaten, in denen ich es in der Vermögensberatung versucht habe, habe ich viel über Ziele und Träume gelernt. Einiges kam später dazu. Nun bin ich 19,… ich habe keine Ziele und meine Träume habe ich eigentlich aufgegeben. Ich habe aber begonnen Gitarre zu spielen. Wenn ich keine Ziele habe, dann sind hoffnungslose Träume das nächst-sinnvollste. Was sollte ich sonst tun?

by recall
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Ich glaube nicht, dass ich jetzt pessimistisch bin, sondern ich glube, dass ich skeptisch bin. Das natürlich im vorwissenschaftlichen Bereich, wobei ich bei meine PS-Arbeit eigentlich unbewusst nach den Bedingungen der Möglichkeit eines Schulversuchs einer integrativen Gesamtschule gefragt habe, wo ich doch wiederum mitten in der skeptischen Pädagogik bin. Wie auch immer, ich hab mich da gestern beim Lesen von Konrad Liessmanns Buch "Bildung, Halbbildung, Unbildung" gefragt,... warum Bildung, wenn es doch hoffnungslos und ziellos ist? Ziellos, weil man heute so schwer sagen kann, was Bildung ist, und vor allem, weil ich selbst kein exaktes Ziel und keine Exakte Vorstellung von einem gebildeten Menschen habe. Hoffnungslos ... gute Frage. Ist es hoffnungslos? Das it schwer zu sagen, wenn man nciht weiß, wovon man überhaupt spricht, und das ist das Problem, das ich habe. Wenn ich nicht weiß, was das Ziel ist, was "gebildet sein" bedeutet, dann kann ich nicht vernünftig darüber nachdenken, ob ich jemals dort hingelangen werde. Und trotzdem will ich dort hin, ja ich will nur nciht dort hin, sondern ich tue auch meine Schritte in diese Richtung. Und ich frage mich: warum? ...und hier erkenne ich doch gewisse Parallelen zu dem Text, den ich vor drei Jahren geschrieben habe. Was soll ich sonst tun? ...außer nach Bildung zu streben? Selbstverwirklichung? Abe wo? Offenbar suche ich die in der Bildung. Oder korreliert Bildung nicht sogar mit Selbstverwirklichung? Schwer zu sagen. Was könnte ich noch tun? Nach Geld und Macht streben? Die Frage ist ja, ob diese Ziel tatsächlich realistischer ist, als das Ziel gebildet zu sein. ...reich und mächtig zu sein würde mir sehr gefallen, aber ich verbinde mit dem bloß reich und mächtig zu sein eine gewisse innere Leere. Es gehört mehr dazu. Dann doch lieber Bildung, in aller Undeutlichkeit des Begriffs. Es ist eigentlich mehr die Frage nach dem sinn des Lebens,.... meines Lebens. Und eigentlich will ich mir die nicht antun,... nicht in einer derart plumpen Art und weiß, wie einfach zu frgaen "Was ist der Sinn meines Lebens?", und ich will auch nicht mit klugen Sprüchen wie "der Weg ist das Ziel" kommen. Ich weiß vielleicht doch, was ich suche: Selbstverwirklichung. Zumindest klingt das gut,.... emotional gut. Vielleicht kann man solche Fragen auch gar nicht mit kognitiv ermittelten antorten beantworten. Was auch immer - vielleicht ist es unreflektiert, aber ich glaube nicht, dass es in meinem Fall so schlmm ist unreflektiert, zumindest limitiert reflektiert das Ziel der Bildung zu verfolgn. Nur frage ich mich, ob es nciht vielleicht doch klüger wäre, ein etwas konkreteres Ziel vor Augen zu haben,.... eine etwas konkretere Vorstellung des Begriffs "Bildung". Momentan ist es mein Ziel an der Uni zu bleiben,.... nicht als Student, der einfach lange für sein Studium braucht und danach etwas neues studiert natürlich; nein, als Hochschullehrer und Forscher.
Seit Gott tot ist, ist, den Eindruck habe ich, eine gewisse Orientierungslosigkeit eingetreten. Man weiß nicht mehr so genau, was "gut" und was "schlecht" ist, man weiß nicht mehr, was nach dem Tod passiert und man kann das Paradies nur mehr schwer als Lebensziel ansehen. Damit will ich nicht sagen, dass ich mir Gott zurückwünsche (ich hatte ihn ja auch nie) - es hat nur seine Schattenseiten in einer gottlosen Zeit zu leben, in der auch das Ideal der klassischen Bildung veraltet ist und am aussterben ist, in der die gewaltsame Revolution, das stürmen des Königsschlosses absurd erscheint, vor allem, wenn man nciht weiß, was man eigentlich genau haben will, und sein eigenes Leben ist einem (zumindest mir) doch so lieb,... und einfach für irgendetwas eintreten ist dumm, und angesichts der Tatsache, dass es so viel und doch so wenig gibt, für das man eintreten kann, bleibt man entweder orientierungslos, oder schließt sich einer Religion an.... der Religion der Bildung, der Religion der Wirtschaft, der Religion der Gutmenschen und Demokraten, der Religion des Nulldefizits. ^^
...Bildung! ...was sonst?
13.7.08 11:52
 


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