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Weisheit

Gestern bin ich auf ein Wort gestoßen, das mir Überlegungen bereitet hat, die noch nicht abgeschlossen sind, die mich aber vor allem in der letzten Nacht nicht schlafen haben lassen. Dieses Wort war "Weisheit". Weisheit allerdings nicht im Sinne eines "Wissenden", sondern wie es nach Ulrike Bollmann früher einmal benutzt wurde, nicht um die kognitiven Fähigkeiten einer Person zu benennen (das tat man zu der Zeit offenbar nicht), sondern um "die ganze Person" benennen. Theorie und Praxis beispielsweise, im Begriff des Wissens, nicht der Weisheit waren enger zusammengedacht, die Kunst war noch im Wortfeld des Wissens, so jedenfalls kommt mir der Gedanke einen Menschen "ganzheitlich" zu betrachten, ohne jedoch zu vergessen, dass das gar nicht möglich ist, da es unendlich viele Perspektiven gibt, die ich nicht alle einnehmen kann.
"Ganzheitlich" ist vielleicht auch ein falsches Wort - ich möchte nämlich von dem "Eindruck" den ein weiser Mensch auf andere Menschen hat ausgehen, wobei mir der Unterschied zwischen Weisheit und Faszination in Bezug auf einen Menschen nicht ganz klar ist - Weisheit ist zumindest jedoch positiv konnotiert, Faszination nicht notwendigerweise.

So ist meine Überlegung die, ob ein "positiver Eindruck" den ein Mensch auf andere hat das bezeichnen könnte, was ich als "Weisheit" bezeichne, doch das kann es nicht. "Weisheit" ist ein intuitiver Begriff, was es schwierig macht, darüber zu sprechen.
Welche Menschen als "weise" bezeichnet werden, das ist mit absoluter Sicherheit in der Lebenswelt der Leute, die sie als "weise" bezeichnen konstituiert, in deren Idealvorstellungen, aber eben nicht nur im kognitiven Sinne, sondern auch im ästhetischen (ohne zu wissen, was Äthetik wirklich ist), im emotionalen Sinne, ja die Frage ist vielleicht: was macht die positive Faszination einer Person aus? Warum denke man über sie nach, auch wenn man nicht umbedingt einen allzuengen Bezug zu ihnen hat?

Vielleicht sind es die "interessanten" Lebensweisen einer Person, wobei das Interesse eben nicht im Sinne eines "Sich-Ergötzen am Leid der Person" ist, oder ein "Spaß daran haben un das Leben der anderen belächeln, wie man Clowns belächelt", sondern in einem Sinne, in dem man interessiert daran ist, was diese Person sagt, was sie denkt, sich gerne mit ihnen unterhält, weil sie etwas an sich haben, das einn dazu bewegt die Person ernst zu nehmen.

"Ernst nehmen", ist vielleicht das eine Umschreibung der Weisheit? "Jemanden Schätzen", aber... kann man ach jemanden als weise sehen, wenn man ihn nicht mag? Intuitiv würde ich das bejahen.
Vielleicht ist es das "Besondere"?

Nun, es ist schwierig von Weisheit zu sprechen, ich halte diesen Begriff als vorerst rein intuitiven Begriff für einen interessanten Begriff für die Pädagogik, sonfern er "den ganzen Menschen" bezeichnet.
Grundsätzlich würde ich an dieser Stelle gerne sagen, dass es sich eben aus der Empirie ergibt, was "Weisheit" ist, aber so leicht ist das nicht. In der Empirie könnte ich vielleicht erfahren, "was weise" ist, aber nicht "was Weisheit" ist.
Natürlich könnte man dem Begriff etymologisch nachgehen, oder auch nach seiner gegenwärtigen Verwendungsweise fragen, aber das will ich nicht, denn es geht mir nicht um das Wort. Es geht mir um den Gedanken des "ganzen Menschen", der damals mit "Weisheit" benannt, vielleicht auch "ausgezeichnet" wurde - in meinem Verständnis würde ich Weisheit auf jeden Fall als Auszeichnung definieren. Ja, auf jeden Fall ist Weisheit eine Positiv-Prädikatisierung.
Aber jedenfalls brauche ich eine halbwegs konkrete Vorstellung des Begriffs, um (in der Empirie) danach suchen zu können. Ich brauche etwas, wonach ich fragen kann,... wenn ich nach Weisheit frage, ohne nach dem Wort zu fragen. Es ist, so meine Einschätzung, ohne dem Begriff ernsthaft nachzugehen, in der heutigen Gesellschaft zu sehr mit dem Wissen verbunden, wobei mir klar ist, dass die Wissenheit einr Person bedeutend dafür, dass sie als "weise" in dem Sinne, wie ich die "Weisheit" suche, benannt wird, denn die Wissenheit hat eine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft, aber es würde eben nur ein "was ist weise" und nicht "was ist Weisheit" beantworten.

Weisheit prädikatisiert eine ganze Person. Aber wie prädikatisiert sie diese? Positiv. In irendeiner Weise positiv. Vielleicht "in der Welt zu Recht kommend"? Das würde aber zu eng an die Angepasstheit gekoppelt sein, zu sehr an die aktuelle Kulturellen Werte, aber es kann auch derjenige, als "weise" prädikatisiert werden, der nicht angepasst ist, der anders ist, wie der Siegfried, den ich kannte.
Vielleicht reichen aber auch diese Bestimmungen? "In irgendeiner Weise positiv und besonders." Ja vielleicht ist es sogar das Besondere, das die Weisheit ausmacht.

Mit meinen Gedanken geht allerdings durchaus eine Gefahr einher: Die Benennung des Besonderen verweist auf das "Gewöhnliche" und wird der Indiidualität der Nicht-Besonderen nicht gerecht.

Grundsätzlich ist es ja kein Problem von meiner Subjektivität auszugehen, wenn ich einen Begriff definiere, beschreibe, denn gerade durch die sprachliche Beschreibung mache ich sie anderen zugänglich. Vielleicht aber kann ich den Begriff über meine persönliche Wahrnehmung und meinen persönlichen Umgang mit weisen Menschen beschreiben, aber trotzdem will ich dabei eben nicht beschrieben, was weise ist, sondern, was Weisheit ist.

Weise Menschen nehme ich wahr, ich nehme sie als anders wahr, als andere, aber nicht nur emotional. Ich bin gerne in deren Gegenwart... ich höre auch jeden Fall auf das, was sie sagen, nicht in dem Sinne, dass ich tue, was sie sagen, aber ich gebe dem eine Bedeutung.
Aber das alles tue ich eben auch bei Menschen, die mir nahe stehen, von denen manche "weiser", manche "weniger weise" sind.
Vielleicht liegt hier "der Hund begraben", ich gehe immer von der Besonderheit aus, aber die Besonderheit ergibt sich wohl erst in der Beziehung. Aber ich will weg von der direkten Beziehung hin zu dem, was den Menshcen hinter der Beziehung ausmacht.

Vielleicht würde die Frage also lauten, wie Menschen sind, mit denen man gerne seine Zeit verbringt, ohne aber, weil man ... zweckgebundene Interessen hat. Nicht in dem Sinne, dass man gerne einmal mit Ronaldo Fußballspielen würde.
Ja vielleicht ist die direkte Beziehung eine Notwendigkeit um einen Menschen beurteilen zu können. Das denke ich, kommt näher an das heran, was ich suche. Nicht die "Massen"-Faszination jedenfalls. Vielleicht,... aber doch auch. Die Anziehungskraft eines Menschen. Wie sind Menschen, die andere Menschen anziehen, die andere Menchen berühren? Berühren? Die einen Effekt auf andere Menschen haben...

Ich denke, jetzt gehe ich aber grundsätzlich in eine ganze Richtung, als ich sie gestern Nacht noch gedacht habe. Vielleicht gehe ich doch weiter zu mir selbst zurück. Ich habe an den pädagogischen Wert gedacht, den eine Beschreibung des Lebens der Menschen gedacht, die ich persönlich für weise halte.
Andere Menschen halten andere Persönen für "weise" und so stellt sich die Frage dem pädagogischen Wert dessen, was diese Leute beschreiben, wie sie das Leben derer beschreiben, die sie als "weise" bezeichnen.
Es ist eine Ideographie - das auf jeden Fall - aber es sie eine "vorbildhafte" ideographie? Was sage ich, wenn ich das Leben meiner Weisen beschreibe? "So geht es auch!", "diese Menschen leben ihrem Leben adequat"? "Diese Menschen leben zumindest anders, als ich es tue." ...ja, das tun sie. Aber das tun meine Weisen. Die Ideographie des Lebens verschiedener Leute hat also vielleicht durchaus einen pädagogischen Wert, aber einen praktisch-pädagogischen, keinen wissenschaftlichen, denn in wie sollte eine Wissenschaft damit umgehen? Es geht zwar nicht um Allgemeingültigkeit, aber um einen gewissen Bezug zur Allgemeinheit. Und in bin wieder weg von der Weisheit. Hm,...
3.1.10 14:20
 


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